Sail Instrument Plugin für AVnav

Die Idee dieses AVnav-Plugins ist es, ein Instrument anzuzeigen, das alle grundlegenden Informationen enthält, die zum Segeln benötigt werden. Mit der Möglichkeit dieses Display direkt auf der Karte an der Bootsposition einzublenden hat der Segler alle Informationen im Blick. Die Laylines informieren Sie über die schnellste Peilung zu einem Wegpunkt gegen den Wind, und wenn sie auf der Karte angezeigt werden, können Sie diesen Linien folgen.

Wer wissen will was Laylines sind, kann hier einige Infos dazu finden:

https://www.blauwasser.de/navigation/app-sailsteer-bandg

https://www.bandg.com/de-de/blog/sailsteer-with-mark-chisnell/

Abb: Sail Instrument Plugin für AV nav

Die Inspiration zum Instrument basiert auf dem B&Gs Sailsteer Instrument. Zum Sail Instrument gibt es bei GitHub ein Projekt wo man alle wichtigen Informationen zum Plugin finden kann.

https://github.com/kdschmidt1/Sail_Instrument

 

 

Lilygo T-Watch 2020 mit Anbindung an SignalK

Abb. Lilygo T-Watch 2020 (Lilygo)

 

Jan Dytrych hat ein Softwareprojekt gestartet, um mit einer Smart Watch Daten von SignalK anzeigen zu können und Alarme zu empfangen. Als Smart Watch wird nicht irgend eine gängige Uhr unter Android benutzt. Er verwendet die Smart Watch Liligo T-Watch 2020. Die Besonderheit dieser Uhr ist, dass sie einen ESP32 als Prozessor verbaut hat und  über die Arduino IDE bzw. PlatformIO programmiert werden kann. Der Hersteller Liligo unterstützt die Uhr mit einigen Bibliotheken, die die Programmierung wesentlich vereinfachen.

Die Liligo T-Watch 2020 verfügt über folgende Komponenten:

Abb. Hardware Lilygo T-Watch 2020 (Lilygo)

  • CPU: ESP32, Dual-Core-MCU, 240 MHz
  • FLASH: QSPI-Flash 16MB
  • SRAM: 520 KB SRAM / PSRAM 8MB
  • WiFi 802.11bgn 2.4 GHz
  • Bluetooth 4.2 BR/EDR, BLE
  • Display: 1,54 Zoll farbiger TFT, kapazitiver Touchscreen, 240 x 240 Pixel
  • 3-Achsen-Beschleunigungssensor BMA423
  • RTC-Uhr: PCF8563
  • IR-Empfänger
  • Lautsprecher
  • Taste: Power-Taste
  • USB zu TTL: CP2104 (Micro USB)
  • Lithium Akku 380 mAh, 3.7 V, wechselbar Typ: YX-W9A
  • Betriebstemperaturbereich: -40 ~ +85 Grad
  • Metallgehäuse
  • Wasserdichtheit keine
  • Silikonarmband 270 mm
  • Gewicht: 58,5g

Zur T-Watch 2020 wird ein USB-Kabel mitgeliefert über das die Uhr aufgeladen und Programme übertragen werden können. Die Uhr hat ein Aluminium Metallgehäuse und das Design orientiert sich an der Apple I-Watch. Mit dem nicht austauschbaren Silikonarmband lässt sich die Uhr bequem tragen. Einziger Schwachpunkt, die Uhr ist nicht wasserdicht.

Eigenschaften der Firmware

Die Firmware zur Uhr wird bei GitHub gehostet und hat folgende Merkmale:

  • Hauptbildschirm Uhrfunktion mit Statuszeile
  • Einrichtungsbildschirm für Datum, Uhrzeit, Weckzeit, WiFi, SignalK
  • Benutzerdefinierte Bildschirme für Werte aus SignalK
  • SignalK Events wecken die Uhr und zeigen Meldungen an
  • Sleep-Mode mit Display Off für langen Betrieb bis zu 24h
  • Aufwecken der Anzeige mit tippen oder drehen des Handgelenks
  • Tag/Nacht Modus über Doppeltipp
  • Sprachanpassung über Quellcode
  • Schrittzähler

Abb. Startbildschirm, Warnmeldung und SignalK-Werte

Einstellungen und Konfiguration

Die grundlegenden Einstellungen können an der Uhr über das Display vorgenommen werden. Zur Gestaltung der benutzerdefinierten Bildinhalte für SignalK Werte gibt es das Programm TWatchSKDesigner für Linux, Mac und Windows. Damit können recht komfortabel neue Anzeigeseiten für SignalK erstellt und über eine USB-Verbindung zur Uhr übertragen werden. Der Konfigurator erlaubt verschiedenste Darstellungen und Farbauswahl für die anzuzeigenden Werte.

Abb. TKWatchDesigner mit Ergebnis

Fazit

Jan Dytriych hat mit seinem Open Source Software-Projekt eine coole Anwendung entwickelt, mit der es möglich ist Daten von SignalK am Handeglenk einsehen und überwachen zu können. Besonders die Alarmmeldungen sind eine nützliche Funktion, um sich über Grenzwertüberschreitungen informieren zu lassen. Bei Github ist das Projekt sehr gut dokumentiert und Interessierte sollten alle nötigen Informationen finden. Lilygo hat mit der T-Watch 2020 eine interessante Hardware für kleines Geld zur Verfügung gestellt, mit der sich eine Vielzahl an Projekten umsetzen lassen. Die Verwendung der beliebten CPU ESP32 vereinfacht für Maker die Software-Entwicklung, da in vertrauten Umgebungen mit bekannten Wissen entwickelt werden kann. Einziger Nachteil der T-Watch 2020 ist, dass sie nicht wasserdicht ist. Ob das ein KO-Kriterium ist, muss sich im Praxiseinsatz auf dem Boot noch zeigen. Bleibt zu hoffen, dass Liligo in Zukunft auch eine wasserdichte T-Watch rausbringt.

Links

Projekt-Homepage: https://github.com/JohnySeven/TWatchSK

TWatchSKDesigner: https://github.com/JohnySeven/TWatchSKDesigner#twatchskdesigner

Lillygo T-Watch 2020: http://www.lilygo.cn/prod_view.aspx?TypeId=50053&Id=1380&FId=t3:50053:3

Bilder

Abb. Lilygo T-Watch 2020 (Lilygo)

Abb. Geöffneter Deckel, rechts Lithium Batterie

Magnetix – ein digitaler Kompass mit NMEA2000

Warum

Ich fand die Idee schon immer spannend, dass auf meinem Plotter nicht nur dann der Kurs angezeigt wird wenn sich das Boot in Bewegung setzt, sondern auch, wenn es ruhig vor sich hindümpelt.

Nach der Suche im I-Net bei unterschiedlichen Herstellern war schnell klar, dass ich bei aktuellen Preisen vielleicht doch keinen E-Kompass an Bord brauche. Durch die Corona-Einschränkungen und dem mehr an Freizeit, die zu Hause verbracht wurde, kam die Idee auf, den Kompass selber zu bauen.

Der Bau des elektronischen Kompasses mit einem Ausgang in das NMEA2000 Netzwerk wurde inspiriert durch einen Beitrag von Andreas in dem “segeln-forum.de” Forum.
Durch viele Tipps in unterschiedlichen Foren ist es geglückt. Der Kompass ist fertig, aber noch (Stand:2022.01) nicht auf dem Boot getestet.

Beschreibung

Magnetix ist ein elektronischer Kompass, der seine Daten auf den MNEA2k-Bus überträgt. Als Basis dient ein CMPS14 als Sensor, ein ESP32 als Rechenknecht, ein Waveshare SN65HVD230 (nicht vergesse den Widerstand herauszubrechen) als Bindeglied zum Bus und ein LM2596 als Spannungswandler. Für die Anzeige im Gehäuse wird ein 0.91 Zoll OLED mit 132×32 Pixel verwendet.

Das Gehäuse für die Elektronik ist ein Bocube von „www.bopla.de“. Für den Sensor wurde sowohl die Halterung als auch das Gehäuse 3d-gedruckt. Die Halterungen für das OLED und die Touchsensoren (VA Schrauben) sind ebenfalls mit einem 3-Drucker erstellt worden.

Die Verbindung zwischen dem Kompass-Sensor und dem ESP erfolgt über ein KAT5 Netzwerkkabel, bei dem immer zwei Kabel zu einem Paar verbunden wurden. Obwohl das Protokoll zwischen dem CMPS und dem ESP ein Kurzstreckenprotokoll (I2C) ist, habe ich bei einer Kabellänge von ~70cm keine Probleme

Die Stromversorgung erfolgt über den NMEA – Bus und beträgt ~1LEN. Als Verbindung zum Netzwerk wird ein Einbaustecker der Firma Techno-Spark verwendet.

Der ESP bekommt die Daten über den I2C – Bus, wandelt das Ganze in einen NMEA2K Datensatz (127250) um und schickt es an das Netzwerk.

Der Kompass identifiziert sich am Bus als „Magnetix Alpha“ und kann auch unter diesem Namen in den Quellen des Netzwerks gefunden werden.

Variablen im Code

Kompletter Quellcode https://open-boat-projects.org/wp-content/uploads/2022/01/compass_NMEA2k_V05_01.zip
https://open-boat-projects.org/wp-content/uploads/2022/07/compass_NMEA2k_V05_02.zip
devitation []
ist ein Array mit 36 möglichen Einträgen. Darin kann eine Deviationstabelle hinterlegt werden, die bei den jeweiligen Kursen automatisch den ausgegebenen Kurs korrigiert.
CorrectionMountingAngle
Damit kann eine – horizontale – Korrektur für eine Abweichung der Kompasslinie zur Bootsachse eingestellt werden.

[-] Werte für eine Korrektur nach Backbord

[+] Werte für eine Korrektur nach Steuerbord

Bedienung

Die Bedienung beschränkt sich auf die zwei Touchflächen(Schrauben):

Touchfläche Funktion
1 Autokalibrierung an / aus
2 Autokalibrierung aus Durchgeführte Kalibrierung speichern
1 & 2 neue Kalibrierung anstoßen

Display

Das Display ist in drei Bereiche gegliedert:

Links (in 90° gedrehter Schrift)
Aktuelle Funktion des Sensors
„Calib“ der Sensor befindet sich gerade in der Kalibrierung, die durch Touch 1&2 angestoßen wurde.
„inacc“ wenn der Sensor nicht komplette kalibriert ist, (nicht alle Sensor Rückmeldungen 1 sind) erscheint „inaccurate“. Auf ein Ausschalten der HDM Daten wurde verzichtet, da es sehr oft zu Meldungen 0 kommt.

Evtl. muss dass nach Feldversuchen an Bord angepasst werden

„ON“ Der Sensor befindet sich im „autocalibration“ Modus
„OFF“ Der „autocalibration“ Modus ist ausgeschaltet
Mitte
S Status des Sensorsystems gefolgt von zwei Zahlen
A ‚Status des Beschleunigungssensors
M Status des magnetischen Sensors
Die drei Angaben werden jeweils durch die folgenden Zahlen präzisiert:
00 nichts ist OK
11 alles OK
01 oder 10 teilweise OK
(was diese Zahlen genau bedeuten ist aus der Dokumentation des CMPS14 leider nicht eindeutig ersichtlich)
Rechts vom Strich
M Magnetischer Kurs  (nach dem Druck auf T2 erscheint für 2sec. “…stored…” [v5.02])
R Roll des Sensors
P Pitch des Sensors

Auf- und Zusammenbau

Aufgebaut habe ich das ganze in einem Standard Gehäuse in dass ich eine Grundplatte als Träger für die Lochplatte und den Spannungswandler gebaut habe. Das einzige was beim Zusammenbau zu beachten ist, ist dass auf dem CAN.Modul (Waveshare SN65HVD230) der Abschlusswiderstand herausgebrochen werden muss. Sonst terminiert der Waveshare SN65HVD230 den kompletten NMEA Bus. Die Verkabelung kann in dem Schaltplan nachgesehen werden.

Leider habe ich in der ersten Version meine Halterungen für das Display und die Touchflächen bündig an die Oberkante des Gehäuses gesetzt. Da der Deckel sich aber komplett über das untere Gehäuse “stülpt” ging er nicht mehr zu. 🙁

Updates

2022-03-01 Neue Halterung für das Gehäuse mit einer Wandhalterung um einen falschen horizontalen Einbau auszugleichen -> Thingiverse
2022-07-02 Nach einigen Tests ist mir aufgefallen, dass der Sensor nach einem Stromverlust (trotzdem er die Kalibrierung gespeichert hatte) wieder bei Null anfängt. Ich habe die Touchflächen jetzt so umgestellt dass T2 die vorher durchgeführte Kalibrierung abspeichert. Nach den ersten Proben mit einem Neustart von Magnetix scheint es jetzt zu funktionieren.  (V5.02)

Libraries

die verwendeten Libraries erscheinen im Kopf der INO Datei und werden hier nicht weiter behandelt.

Links und Materialien

Alle 3-D Druck Bauteile https://www.thingiverse.com/thing:5207953
ESP-32 Dev Kit C V4 https://www.az-delivery.de/products/esp-32-dev-kit-c-v4
CMPS14 Data Sheet
Waveshare SN65HVD230 https://www.amazon.de/gp/product/B00KM6XMXO/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o01_s01?ie=UTF8&th=1
0,91 Zoll OLED I2C Display 128 x 32 Pixel https://www.az-delivery.de/products/0-91-zoll-i2c-oled-display
LM2596S DC-DC Netzteil Adapter Step down Modul https://www.az-delivery.de/products/lm2596s-dc-dc-step-down-modul-1
PCB Board Set Lochrasterplatte Lochrasterplatine Leiterplatte https://www.az-delivery.de/products/pcb-board-set-lochrasterplatte-platine-leiterplatte-4×4-stuck
Gehäuse https://www.bopla.de/gehaeusetechnik/product/bocube/pc-ul-94-v0-glasklarer-deckel.html

meine Maße finde ich allerdings in der dortigen Liste nicht wieder!

PG – Durchführungen https://www.conrad.de/de/p/kvpg9gr-kabelverschraubung-verschraubbar-mit-zugentlastung-pg9-pg9-polyamid-grau-1-st-1521121.html

(an die Mutter denken)

Micro-C Einbaustecker https://technospark.de/nmea-2000-panel-mount-connector?number=SW1153
Grundlagen Diesjährige Winterbastelei: Ein NMEA Heading Sensor oder auch elektronischer Kompass Pitch und Roll Kompensiert

https://www.segeln-forum.de/thread/66453-diesj%C3%A4hrige-winterbastelei-ein-nmea-heading-sensor-oder-auch-elektronischer-komp/?pageNo=1

Touchfunktionen https://www.wiegleb.org/2018/09/22/esp32-ttgo-mit-touch-funktion/
NMEA Grundlagen AK-Homberger Workshop (ESP -> NMEA2k)

https://github.com/AK-Homberger/NMEA2000-Workshop

Beispiele I2C NMEA https://www.robot-electronics.co.uk/htm/arduino_examples.htm#CMPS12/11%20I2C

https://www.robot-electronics.co.uk/files/arduino_cmps12_i2c.ino

Gallerie

Luftdruck Füllstandssensor

Abb. Steuerbox mit Pumpe, Drucksensor und Ventilen

In der Facebook Gruppe Raspberry Pi for Boats habe ich eine coole Lösung für eine Füllstandmessung gesehen. Erik aus Finnland hat mit einem Luftdrucksensor eine Überwachung für 4 Tanks konstruiert. Das Funktionsprinzip basiert auf der Verdrängung von Flüssigkeiten in einem Messrohr. Es baut sich dann ein entsprechender Luftdruck im Messrohr aus der proportional zur Füllstandhöhe ist. Das System benutzt eine Pumpe die in einem Schlauchsystem so lange Druck aufbaut bis die Luft am Schlauchende im Tank ausströmt. Je nach Schlauchlänge arbeitet die Pumpe zwischen 5…10 s. Danach wird der statische Druck im Schlauchsystem gemessen, der proportional zum statischen Druck einer Flüssigkeitssäule ist. Damit man 4 Tanks kontrollieren kann, sind im System 5 Ventile verbaut, die ein Verbindung zum jeweiligen Tank herstellt von dem man den Füllstand ermitteln möchte. Mit dieser coolen Lösung umgeht er das Problem des Druckverlustes im Schlauchsystem, weil er vor jeder Messung kurz die Pumpe anlaufen lässt und die entwichene Luft nachfüllt. Ich hatte damals auch mit Schlauchsystemen experimentiert und die Lösung für unbrauchbar gehalten, weil ich den Druckverlust nicht kompensieren konnte. Das Problem war, dass Luft eine sehr geringe Dichte hat und durch Schläuche hindurch diffundieren oder an Schlauchverbindern entweichen kann. Der Luftdruck lässt sich dann nicht über mehrere Tage oder Wochen aufrecht erhalten. Man kann das umgehen indem man durchgängige Metallleitungen ohne Verbinder benutzt, was das Ganze dann aber wieder aufwändiger werden lässt. Ich hatte mich damals in meinem Projekt zur Motordiagnose entschieden, den Drucksensor direkt im Tank einzubauen und die Flüssigkeitssäule direkt zu messen.

Die Lösung von Erik hat den Vorteil, dass man keine gefährlichen Spannungen am Tank hat und man im Prinzip beliebig viele Tanks mit der Methode überwachen kann. Als Auswerteeinheit benutzt er einen Raspberry Pi und zeigt die Messergebnisse auf einer Webseite an. Die ganze Elektronik hat er auf einer einfachen Streifenleiterplatte untergebracht. Das Projekt hat Erik auf seiner Homepage beschrieben.

Im Segeln-Forum findet man eine interessante Diskussion mit weiterführenden Informationen zu diesem Thema.

Abb. Pneumatischer Systemaufbau

 

Abb. Schlauchende im Tank

 

Abb. Pumpen- und Ventilansteuerung

Abb. Anzeige- und Bedieneinheit

Volvo Penta NMEA2000 Interface

Vorab ein paar wichtige Hinweise die sie unbedingt beachten sollten.

Disclaimer: Die Beschreibungen der Verdrahtung und der Pinbelegungen entsprechen dem, was ich in meinem Boot vorgefunden habe. Deshalb muss man, wenn man das Interface nachbauen möchte, sicherstellen, dass die Verdrahtungen und Pinbelegungen auf dem eigenen Boot identisch sind oder das Interface entsprechend anpassen. Die gesamte Beschreibung dieser Lösung ist in einem experimentellen Zustand und kommt ohne jegliche Gewährleistung. Änderungen an der Verkabelung des Bootes oder der elektrischen und elektronischen Gegebenheiten können zu Schäden oder kritischen Situationen führen. Das geschieht auf eigene Gefahr.

 

Allgemeines

Die Basis-Installation eines Volvo Penta-Motors (Motoren D1 und D2) mit EVC besteht aus verschiedenen Sensoren am Motor, die an das EVC/MDI (electronic vessel control/motor data interface) angeschlossen sind. Diese Daten werden vom MDI über einen CAN-Bus an das Drehzahlinstrument geliefert. Häufig gibt es nur den Drehzahlmesser mit einem kleinen LCD-Display um Daten anzuzeigen. Weitere Instrumente können aber erworben und hinter dem Drehzahlmesser über den sog. Easy-Link angeschlossen werden.

 

 

 

Die Drehzahl wird kontinuierlich angezeigt. Weiter Werte, wie etwa Kühlwassertemperatur und Ladespannung werden nur im Fehlerfall alarmiert, aber nicht durchgehend angezeigt. Das hier beschriebene Interface verbindet den CAN-Bus des Motors mit einem NMEA2000-Bus. Dabei werden die Informationen im VP-CAN-Bus die als J1939-Datagamme vorliegen gelesen, ausgewertet, und als NMEA2000-Datagramme auf den NMEA2000-Bus geschrieben. Die bisher implementierten Daten sind

  • Motordrehzahl
  • Ladespannung
  • Kühlwassertemperatur
  • Motorstunden

Im NMEA2000-Bus können die Informationen z.B. von einem Plotter angezeigt und mit Warnleveln versehen werden.

Bei einer Überführung meines Bootes über die Unterems Richtung DEK hat mich das vor sehr großen Problemen bewahrt. Durch die vielen Sedimente in der Ems war der äußere Kühlkreis zunehmend verstopft. Über meinen Plotter (MFD) konnte ich den Temperaturanstieg frühzeitig bemerken, und entsprechend reagieren. Ohne das Interface und die Anzeige im MFD wäre irgendwann der Alarm gekommen, und dann hätte ich kaum noch Handlungsoptionen gehabt, dass es keine Möglichkeiten gegeben hätte, festzumachen oder zu ankern. Ich hätte mit dem Risiko der Überhitzung der Maschine weiterfahren müssen.

 

Bestandteile

Das Volvo Penta – N2K Interface besteht aus Hardware- und Softwarekomponenten.

Hardware

Um das Interface physisch mit dem VP-CAN-Bus des Motors zu verbinden, benötigt man ein Adapterkabel mit Y-Verzweigung. Die Verbindung des Kabels vom MDI zum Drehzahlmesser sind sog. 6-polige ‘Deutsch-Stecker’, male und female. ( z.B. https://www.kabelschuhe-shop.de/KALI-1206-DEUTSCH-DT-Steckverbinder-Set-6-polig). Man verbindet die sechs Pins des Steckers mit denen der Buchse. Zusätzlich leitet man 12v+, GND Can high und CAN low aus.

Um das Interface physikalisch mit dem N2K-Bus (entweder Seatalk NG oder NMEA2000) zu verbinden, benötigen man ebenfalls ein geeignetes Kabel. Mein Interface ist mit einem Raymarine Seatalk NG-Netzwerk verbunden. Also habe ich ein STNG-Standard-Spurkabel durchgeschnitten, um ein Kabel mit einem Stecker und einem offenen Ende zu bekommen.

 

CAN-Bus-Transceiver

Um das Interface auf Protokollebene mit dem CAN-Bus des Motors zu verbinden, verwende ich einen SPI-MCP2515-CAN-Transceiver-TJA1050. Dieser Transceiver wird von der MCP_CAN_lib von Cory J. Fowler gesteuert.

Um das Interface auf der Protokollebene an den N2K-Bus anzuschließen, verwende ich einen Waveshare SN65HVD230. Dieser Transceiver wird von der NMEA2000-Bibliothek von Timo Lappalainen gesteuert.

Da der ESP32 eine Spannungsversorgung von 5V benötigt und der CAN-Bus mit 12V versorgt wird, benötigt man zusätzlich einen Stepdown-Converter auf 5V.

 

 

Software

Den Code gibt es hier: https://github.com/buhhe/VolvoPenta-N2K_Interface

Er basiert auf Code von:

Timo Lappalainen https://github.com/ttlappalainen

Andreas Koritnik https://github.com/AK-Homberger

Cory J. Fowler https://github.com/coryjfowler

 

Diese Bibliotheken werden benötigt:

https://github.com/coryjfowler/MCP_CAN_lib

https://github.com/ttlappalainen

 

 

Volvo Penta – N2K Interface: Vorgehen

  1. Besorgen Sie sich die Hardwarekomponenten
    • ESP32 Entwicklungsmodul
    • MCP2515-CAN-Transceiver
    • SN65HVD230 CAN-Sender/Empfänger
    • DC-DC Abwärtswandler 5V
    • Ein Paar 6-polige “Deutsch-Stecker” (Stecker/Buchse)
  2. Erstellen Sie das Y-Verzweigungskabel. (Siehe Seite 3)
  3. Führen Sie die Verkabelung durch. (Siehe Seite 4)
  4. Besorgen Sie die benötigten Bibliotheken.
  5. Kompilieren und flashen Sie die Software.
  6. Installiere alles auf deinem Boot.
  7. Viel Spaß!

 

Anschluss des Interface an den VP CAN-Bus

 

Der Drehzahlmesser mit integrierter LCD-Anzeige wird über einen Kabelbaum und einen 6-poligen Deutsch-Stecker mit dem MDI des Motors verbunden. Die Verbindung heißt bei Volvo Penta „Multi-Link“. Die Daten werden als CAN-basierte J1939-Datagramme bereitgestellt.

 

 

Für den Anschluss an den Bus benötigten man ein Y-Verzweigungskabel. Das Kabel wird zwischen dem Stecker des Kabelbaums und dem Tachometer angeschlossen.

 


Pin-Belegung:

  • 1 nicht belegt
  • 2 CAN low
  • 3 nicht belegt
  • 4 Minus
  • 5 CAN high
  • Plus, 5V

 

Verkabelung

 

OpenData

Die Datenbank des OpenStreetMap-Projekts enthält zahlreiche Geoinformationen, die für die Planung einer Bootsreise durchaus nützlich sind.
OpenNauticalChart erstellt hieraus ein seamark-overlay, OpenSeaMap stellt dieses online zur Verfügung. Kartenpakete stehen zusätzlich zum Download bereit.
Rund um diese Idee sind unterschiedlichste Kartenstile und Anwendungen entstanden. Besonders für den Binnenskipper sind alle notwendigen Information rund um Brückenhöhen, Schleusenzeiten und sogar Routenplanung durch ganz Europa vorhanden.

Um die Karten zu vervollständigen, sind Informationen über die Wassertiefe unabdingbar: openDEM zeigt, in welchen Seegebieten freie Daten zur Verfügung stehen.

Das Projekt lebt von vielen Freiwilligen, die kontinuierlich Daten aktualisieren!

 

AIS data exchange

Schiffe beobachten

Gern genutzte Dienste wie marinetraffic.com oder vesselfinder.com sind nur dank einer Vielzahl von AIS-Stationen an Land möglich.
Freiwillige empfangen AIS-Signale in ihrem Bereich und leiten diese weiter. Es gibt durchaus noch Areale, die bisher nicht abgedeckt sind!
Der Aufbau einer Empfangsstation kann kostengünstig gestaltet werden: Internetanschluss, RasberryPI, DVB-T Stick und eine alte TV-Antenne auf dem Dach reichen aus.
Betreiber von AIS-Stationen kommen in den Genuss von Mehrwerten, die bei den genannten Dienstleistern normalerweise bezahlt werden müssen.